Aufforstungsratgeber der Steirischen Landesforstgärten

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1. Behandlung der
Forstpflanzen im Forstgarten

2. Behandlung der
Pflanzen bis zum Versetzen

3. Baumartenwahl

4. Pflanzung

5. Behandlung der
Pflanzen nach dem Versetzen

2. Behandlung der Pflanzen bis zum Versetzen

Die Zeitspanne zwischen Aushub und Versetzen stellt für die Forstpflanze eine besondere Belastung dar. Mögliche Fehlerquellen, die zum Qualitätsverlust, Kränkeln der Pflanze oder gar zum Ausfall führen, sollen tunlichst vermieden werden. Beim Transport bzw. bei Zwischenlagerungen müssen die Pflanzen vor Sonnenbestrahlung und gegen Austrocknung geschützt werden. Nach 2 Minuten Sonneneinstrahlung werden Wurzelhaare getötet, nach 5 Minuten trocknen Faserwurzeln, nach 10 Minuten sterben 20% und nach 30 Minuten 70% der Pflanzen. Der Pflanzentransport ist möglichst mit einem geschlossenen Fahrzeug durchzuführen, andernfalls ist das Pflanzgut unbedingt mit geeigneten Planen vor dem Austrocknen zu schützen. Wenn Pflanzen nicht sofort versetzt werden, müssen sie unbedingt eingeschlagen werden. Geeignete Plätze sind windgeschützte, schattige und feuchte Stellen in der Nähe der Aufforstungsfläche. Die Pflanzen müssen Sie bis über den Wurzelhals mit Erde bedecken und leicht antreten. Pflanzen sowie Boden stets feucht halten!! Die Einschlagdauer sollte 1-2 Wochen nicht überschreiten. Bei Möglichkeit holen Sie sich die Pflanzen dann, wenn Sie Zeit zum Versetzen haben, frisch aus einem unserer Forstgärten, wo die Pflanzen bei günstigsten Verhältnissen lagern.

Die Rüsselkäfervorbeugung:

Wenn nach der Schlägerung eines Nadelholzbestandes keine Schlagruhe (mind. 2-3 Jahre) eingehalten wird und wieder eine Nadelholzaufforstung erfolgt, so kann der Große Braune Rüsselkäfer als ernstzunehmender Schädling in diesen Kulturen auftreten. Dieser Forstschädling führt einen Plätze- oder Ringelfraß am Wurzelhals und Stamm der Jungpflanzen durch, was zu Wachstumsstörungen oder zum Absterben der Forstpflanzen führt. Bei solchen Aufforstungen können Pflanzen vorbeugend gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer mit chemischen Mitteln behandelt werden. Ab Ende April empfiehlt es sich, frisch aufgeforstete Nadelbäume auf den Befall durch den Großen Braunen Rüsselkäfer zu prüfen. Werden an den Stämmchen der Jungpflanzen Fraßschäden festgestellt, so sind diese sofort chemisch zu behandeln. Ein chemisches Bekämpfungsmittel gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer erhalten Sie in unseren Forstgärten.

Der Wurzelschnitt:

Lange Wurzeln werden beim Versetzen gestaucht. Um dies zu verhindern, sollte bei Pflanzen mit langen Faserwurzeln ein Wurzelschnitt durchgeführt werden, wobei der Schnitt möglichst glatt sein sollte. Die verbleibende Wurzellänge sollte je nach Größe der Pflanze 15 cm bis 20 cm betragen, wobei stets auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Spross zu Wurzel geachtet werden muss. Achtung!! Lärchen sind gegen starke Kürzungen sehr empfindlich.