Aufforstungsratgeber der Steirischen Landesforstgärten

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1. Behandlung der
Forstpflanzen im Forstgarten

2. Behandlung der
Pflanzen bis zum Versetzen

3. Baumartenwahl

4. Pflanzung

5. Behandlung der
Pflanzen nach dem Versetzen

3. Baumartenwahl

Die Baumartenauswahl ist eine sehr wichtige waldbauliche Entscheidung, da sie die Grundlage für einen meist 100-jährigen Produktionszeitraum ist. Daher sollten viele Faktoren wie z.B. ökologische und wirtschaftliche Grundlagen unbedingt in mögliche Anbauüberlegungen miteinbezogen werden. Die ökologischen Ansprüche der Baumarten sollten unbedingt erfüllt werden und erleichtern somit durch eine Einschränkung der Möglichkeiten die Baumartenauswahl.

Wir sind Ihnen gerne bei der Baumartenauswahl behilflich und können Ihnen jederzeit Auskünfte über Standortsansprüche einzelner Baumarten geben. Wir beraten Sie natürlich auch gerne bezüglich der Baumartenmöglichkeiten auf Ihrem Aufforstungsstandort.

Die Standortsansprüche und Eigenschaften der bedeutendsten heimischen Baumarten:

Zirbe (Pinus cembra):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: nachhaltig frische, gründige Böden
  • Wurzelsystem: weit ausgreifend; kräftig
  • ungeeignet: der Anbau Tieflagen
  • Gefahren: Wild; Tannenhäher; Beweidung
  • Vorkommen: Hochgebirge bis 2400 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: Schutzwaldbaumart; sehr wertvolles Holz

Lärche (Larix decidua):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: lockere, tiefgründige, nachhaltig frische Böden; geringe Nährstoffansprüche
  • Wurzelsystem: Herzwurzler mit hoher Wurzelenergie
  • ungeeignet: kaltfeuchte Standorte; Nebellagen
  • Gefahren: Spätfrost; Lärchenkrebs; Mäuse; Wild
  • Vorkommen: bis 2400 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: Mischbaumart im Fi-, Ta-, Bu-Wald; sturmfest; schneebruchsicher

Fichte (Picea abies):

  • Lichtbedürfnis: Halbschattbaumart
  • Bodenansprüche: frische Böden; geringe Standortansprüche
  • Wurzelsystem: Flachwurzler
  • ungeeignet: trockene flachgründige Standorte; Auen; Naßstandorte; Niederschlag < 600 mm/Jahr
  • Gefahren: Sturm; Schnee; Rauchgase; Borken- und Rüsselkäfer
  • Vorkommen: bis 2000 m Seehöhe
  • Optimal: feuchte, mäßig saure, kühle Standorte
  • Waldbauliche Bedeutung: Brotbaum der Forstwirtschaft; vielseitig verwendbares Holz

Weißtanne (Abies alba):

  • Lichtbedürfnis: Schattbaumart
  • Bodenansprüche: tiefgründige, nachhaltig frische Böden; mittlere bis hohe Nährstoffansprüche
  • Wurzelsystem: intensiver Pfahlwurzler mit hoher Wurzelenergie
  • ungeeignet: trockene Steilhänge; Auen; stark saure Standorte
  • Gefahren: Frost; Rauchgase; Wildverbiß; Tannentrieblaus
  • Vorkommen: Bergmischwald bis 1600 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: Mischbaumart (Bergmischwald); Standort-Stabilisierung

Rotbuche (Fagus silvatica); ("Mutter des Waldes"):

  • Lichtbedürfnis: Schattbaumart
  • Bodenansprüche: tiefgründige, nachhaltig frische, gut durchlüftete Böden
  • Wurzelsystem: Herzwurzler
  • ungeeignet: sehr saure Standorte; Staunässe; Niederschlag < 600 mm
  • Gefahren: Spätfrost; Wild
  • Vorkommen: Baum der Ebene und des Mittelgebirges
  • Waldbauliche Bedeutung: Brotbaum des Laubholzes; bestandespfleglich und bodenverbessernd

Bergahorn (Acer pseudoplatanus):

  • Lichtbedürfnis: Halbschattbaumart bis Schattbaumart
  • Bodenansprüche: frische, tiefgründige, nährstoffreiche Böden
  • Wurzelsystem: Herzwurzler
  • ungeeignet: trockene, staunasse oder saure Böden
  • Gefahren: Mäusefraß und Wildschäden in der Jugend
  • Vorkommen: Schluchtwälder bis 1500 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: Mischbaumart; wertvolles Holz

Esche (Fraxinus excelsior):

  • Lichtbedürfnis: Halbschatt- bis Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: frische bis feuchte, tiefgründige, nährstoffreiche Standorte auf Silikat oder flache, kalkreiche, trockene Standorte
  • Wurzelsystem: Pfahl- bis Senkwurzler
  • ungeeignet: saure und staunasse Böden
  • Gefahren: Spätfrost; Wild
  • Vorkommen: Auwälder; Schluchtwälder
  • Waldbauliche Bedeutung: wertvolles Holz

Vogelkirsche (Prunus avium):

  • Lichtbedürfnis: Halbschattbaumart bis Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: auf nährstoff- und basenreichen, trockenen bis mäßig feuchten Standorten
  • Wurzelsystem: Herzwurzler mit geringer Wurzelenergie
  • ungeeignet: dichte Böden
  • Gefahren: Wild; Mäuse; Stammfäule ab 80 Jahre
  • Vorkommen: vorzugsweise in tieferen Lagen; bis ca. 700 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: wertvolles Holz

Stieleiche (Quercus robur):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: frische, nährstoffreiche, tiefgründige Böden; wärmeliebend
  • Wurzelsystem: Pfahlwurzler
  • ungeeignet: trockene, kalte Standorte
  • Gefahren: Spätfrost; starke Winterfröste; Wild
  • Vorkommen: Tief- und Hügelland
  • Waldbauliche Bedeutung: sturmfest; sehr wertvolles Holz

Roteiche (Quercus rubra):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: geringere Wärme- und Bodenansprüche als Stieleiche
  • Wurzelsystem: Pfahlwurzler
  • ungeeignet: staunasse und flachgründige Standorte
  • Gefahren: Wild
  • Vorkommen: ursprünglich aus Nordamerika
  • Waldbauliche Bedeutung: gefährdete und magere Standorte; Erstaufforstungen; wirkt bodenverbessernd

Edelkastanie (Castanea sativa):

  • Lichtbedürfnis: Halbschattbaumart
  • Bodenansprüche: niederschlagsreiche, mäßig frische, lockere Silikatstandorte
  • Wurzelsystem: In der Jugend Pfahlwurzel, später kräftig entwickelte Seitenwurzeln
  • ungeeignet: flache Kalkstandorte
  • Gefahren: Frost; Dürre; Edelkastanienrindenkrebs; Wild
  • Vorkommen: sommerwarme und wintermilde Gebiete Mittel- und Südeuropas
  • Waldbauliche Bedeutung: sturmfest; sehr dauerhaftes Holz

Weißkiefer (Pinus sylvestris):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: sehr geringe Standortsansprüche; sehr anpassungsfähig; frosthart
  • Wurzelsystem: Pfahlwurzler mit hoher Wurzelenergie
  • ungeeignet: hohe Luftfeuchtigkeit; Schneebruchlagen; gute Standorte
  • Gefahren: Schneebruch; Rüsselkäfer; Waldgärtner; Kiefernschütte
  • Vorkommen: vorzugsweise in der Ebene; auch im Gebirge bis 2000 m Seehöhe
  • Waldbauliche Bedeutung: vor allem für Extremstandorte (arm; trocken; moorig; frostgefährdet)

Schwarzerle (Alnus glutinosa):

  • Lichtbedürfnis: Lichtbaumart
  • Bodenansprüche: kalkarme, nährstoffreiche, humose Böden; verträgt Staunässe
  • Wurzelsystem: Herzwurzler mit großer Wurzelenergie
  • ungeeignet: nährstoffarme Hochmoore (zu saurer)
  • Gefahren: Dürre; Erlenwürger
  • Vorkommen: Von der Ebene bis zu Bachufern im Gebirge; Bruch- und Auwaldgesellschaft
  • Waldbauliche Bedeutung: Bodenverbesserung; Stickstoffsammler; Vorwaldbaumart