Aufforstungsratgeber der Steirischen Landesforstgärten

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1. Behandlung der
Forstpflanzen im Forstgarten

2. Behandlung der
Pflanzen bis zum Versetzen

3. Baumartenwahl

4. Pflanzung

5. Behandlung der
Pflanzen nach dem Versetzen

4. Pflanzung

Auch bei der Pflanzung ist es sehr wichtig, die Forstpflanzen stets vor Sonnenbestrahlung und Windaustrocknung zu schützen. Es empfiehlt sich, nach Möglichkeit immer nur kleine Mengen mit auf den freien Schlagort zu nehmen und diese in Frischhaltesäcken zu transportieren.

Der Pflanzverband:

Bei der Pflanzung sollte man nicht streng nach einem Verbandsraster vorgehen, sondern für jedes einzelne Bäumchen auf die Auswahl eines optimalen Kleinstandortes achten. Bei Mischwaldbegründungen sollte der Kleinstandort bei der Baumartenauswahl berücksichtigt werden. Generell ist von einer Überschreitung des Pflanzverbandes 2m x 2m abzuraten, da durch den großen Standraum eine wesentliche Beeinträchtigung der Qualität durch Starkastbildung erfolgt. Allgemein kann ein Verband von etwa 2m x 1,5m empfohlen werden, lediglich einzelne Laubbaumarten wie z.B. Eiche und Buche verlangen einen engeren Pflanzverband von maximal 1m x 1m. Eine Nachbesserung unmittelbar im Folgejahr der Aufforstung ist bei eventuellem Ausfall von Pflanzen unerlässlich.

Die Pflanztiefe:

Ein wichtiger Faktor bei der Verpflanzung ist die Pflanztiefe. Die Pflanze wächst am besten an, wenn sie in die gleiche Tiefe, wie sie am Gewinnungsort gestanden ist, versetzt wird. Der Wurzelhals darf dabei nicht aus dem Boden ragen. Eine geringfügige Versenkung des untersten Sprossteils schadet der Pflanze nur auf feuchten Standorten. Ein vertiefter Stand der Pflanze ist in niederschlagsarmen Gebieten sowie bei sehr lockerem Boden als Schutz gegen Austrocknung zweckmäßig. Ein Anhügeln des Pflanzstandortes ist auf grundwassernahen oder periodisch überfluteten Böden günstig. Ein erhöhter Stand der Pflanze ist auf dauernd vernässten Standorten notwendig und bietet gleichzeitig Schutz gegen Verunkrautung und Staufrost. Wichtig ist es, beim Versetzen stets auf eine natürliche Wurzellagerung zu achten, um möglichen Deformationen vorzubeugen.

Die Pflanzverfahren:

Der Erfolg von Aufforstungen hängt von vielen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist dabei die Wahl des richtigen Pflanzverfahrens. Die zwei bedeutendsten Pflanzverfahren stellen die Winkelpflanzung und die Lochpflanzung dar.

Die Winkelpflanzung:
Die Winkelpflanzung findet bei kleineren Pflanzen mit Wurzelschnitt auf relativ guten Standorten Anwendung. Diese Methode zeichnet sich durch eine hohe Setzleistung von bis zu 80 Pflanzen pro Stunde aus, beinhaltet aber gleichzeitig mehr Fehlerquellen als andere Arbeitsverfahren. Der Nachteil ist, dass es zu Verletzungen, Stauchungen und der einseitigen Ausbildung der Wurzeln sowie zur Austrocknung der Pflanze kommen kann. Optimal ist die Winkelpflanzung auf bindigen, nicht stark durchwurzelten Böden, für die Baumart Fichte bis zu einer Pflanzengröße von etwa 50cm. Als Arbeitswerkzeug wird eine Wiedehopfhaue verwendet.

Arbeitsverlauf:

  • Abziehen der organischen Auflage mit der Blattseite
  • Senkrechter Hieb mit der Schneide in der Fallinie
  • Aushebeln der Haue durch Vorwärtsdrücken des Stieles
  • Hieb mit dem Blatt rechtwinkelig zum 1. Hieb
  • Auswinkeln und öffnen des Wurzelraumes durch Vorwärtsdrücken und seitliches schwenken des Hauenstiels
  • Einschwingen der Pflanze bis zum Ende des Spaltes und Wurzeln sorgfältig einbetten
    Setztiefe kontrollieren und Pflanze am Terminaltrieb festhalten
  • Aushebeln der Haue
  • Antreten der Pflanze

Die Lochpflanzung:
Die Lochpflanzung kommt auf schlechteren Standorten oder aber bei größeren Pflanzen und tiefwurzelnden oder besonders empfindlichen Holzarten in betracht. Dieses Verfahren ist eine universal einsetzbare, äußerst pflegliche Methode, bei der es zu keinen Wurzelstauchungen kommt. Allerdings ist die Lochpflanzung auch etwas aufwändiger als die Winkelpflanzung. Als Arbeitswerkzeug wird auch hier eine Wiedehopfhaue verwendet.

Arbeitsverlauf:

  • Abziehen des Bodenüberzuges (Grasnarbe) und talseitiges wegklappen
  • Ausheben des Loches
  • Pflanze in das Loch halten
  • Aushub gut durchmengen und wieder in das Loch füllen
  • Festtreten der Pflanze